Von der Freundschaft, den USA, der CIA und der Zahnfee

Mon Ami go home!

Gut, wundern muss man sich nicht: Wer glaubte, dass die Vereinigten Staaten – nachdem sie von Whistleblower Edward Snowden vor der Weltöffentlichkeit bloßgestellt wurden – das Ausspionieren reuhemütig unterlassen würden, der tat und tut auch weiterhin gut daran, auf sein Einreisevisum für Lummerland zu warten und der Zahnfee zum Weltfrauentag eine Grußkarte zu senden, denn vielleicht bastelt sie aus den verlustigen Kauwerkzeugen ja irgendwann mal die Dritten und legt sie einem zu gegebener Zeit zurück unter das Kopfkissen.

Liebling, Du erfüllst Deinen Zweck!

"Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika verbindet eine lange, gewachsene Freundschaft", heißt es auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes. Besuche und Gegenbesuche unterstrichen den engen Kontakt beider Länder. Außenminister Kerry bezeichnete Deutschland 2013 als "zweifellos einen der stärksten und wirksamsten Verbündeten auf der Welt". Freundschaft, so möchte man meinen, kleidet man selbst auf dem politischen Parkett für gewöhnlich in wärmere Worte – sei es auch nur, um der grundsätzlich zweckorientierten und durchweg eigennützlichen Auffassung von bilateraler Verbundenheit einen herzlicheren Grundton angedeihen zu lassen.

Das Fehlen des Bemühens um die Wahrung des Scheines, die Beziehung würde auf mehr fußen als der eigenen Vorteilsnahme, lässt nicht wirklich viel Raum für einen anderen Schluss, als dass sich jemand sehr sicher ist, dass er keinen bemerkenswerten Widerstand ob seines respektlosen Tuns zu erwarten hat. Und wozu die außenpolitische Gesichtsmuskulatur zu einem künstlichen Lächeln verzerren, wenn ein natürlicher Darmausgang unnötige Höflichkeitsfloskeln erspart und im Ergebnis aufrichtiger ist, als das Stillhalten des Auswärtigen Empfängerklosetts zu Berlin? Eine Freundschaft zwischen überheblicher Respektlosigkeit und verminderter Selbstwertschätzung spricht für keinen der beiden Partner. Ein deutliches mehr an Biss von Seiten der Bundesregierung würde niemandem schaden – aber natürlich nur, wenn die Zahnfee mitspielt.

USA, CIA, Frankfurt

Effektivität?

Wer mit Kanonen auf menschenverachtende Spatzen schießt, der sollte nach gemeinem Menschenverstand eigentlich in der Lage sein, das ein oder andere wirklich große Arschloch von der Astgabel des internationalen Terrorismus zu schießen. Trotz des Einsatzes von ordentlichen Kalibern wie CIA, NSA, FBI, DIA und weiteren Diensten, kam es dennoch zu derart verheerenden Anschlägen, wie sie auch Vogelkundler ohne nachrichtendienstlichen Hintergrund nicht besser hätten nicht verhindern können: London 2005, Madrid 2004, New York 2001, Oklahoma City 1995 oder New York 1993. Effektiv sind bei allem Wirken hauptsächlich die Unterhaltskosten für einen Sicherheitsapparat, der zwar weiß, wie man ein abstehendes Taliban-Barthaar rasiert, aber nicht, wie man während dieses Unterfangens den Rest des Gesichtsschmuckes unbeschadet lässt.

Wer die demokratische Scheune abbrennen muss, um die terroristische Nadel im Heuhaufen zu finden...mal so unter "Freunden": Mon Ami go home!

  • El_Blindo

    Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen.

  • Phacops suebii

    Dass wir die USA als Freunde haben, ist die Strafe für den zweiten Weltkrieg und den Holokaust!
    Was nur, weiß die NSA, dass unser auswärtiges Amt und die Politiker immer noch diese sogenannte Freundschaft hochhalten.