Raus aus der Sorgenfalle: Von Auftriebsgeflügel-Stalkern und Arachniden

Man macht sich ja viele Sorgen und Gedanken. Ist echt viel los zur Zeit, aber...

Man macht sich ja viele Sorgen und Gedanken. Ist echt viel los zur Zeit, aber nachdem ich soeben zufällig einen Artikel über Anatidaephobie gelesen habe... da ging es mir schlagartig besser. Eine Reinigung! Wissen Sie, was das ist? Es ist die Angst vor der Beobachtung durch Enten (!).

Anatidaephobie: Angst, von Enten beobachtet zu werden
Echt ein Problem: Auftriebsgeflügel-Stalker

Meine Fresse, geht's mir plötzlich gut. Nur dieser Weberknecht, der da seit Wochen in der Ecke rechts über meinem Bett hockt und - immer wenn ich gucke - mit einem Bein vorwurfsvoll auf die andere Seite des Zimmers zeigt, geht mir höllisch auf den Zeiger. Da gibt's nämlich einen zweiten Weberknecht - der knirscht nachts mit den Zähnen. Vielleicht verstehen sie sich ja deshalb nicht. Naja, ich halt mich da erstmal noch raus.

  • Die rechte Hand des Inspektors

    Sie sollten Ihren Weberknechten dringend helfen!
    Sorgen Sie für eine saubere und glatte Oberfläche auf Ihrer Tapete. Das wird den einen Weberknecht stoppen sein Bein zu schütteln, um die lästige Staubfluse endlich loszuwerden.
    Und wenn Sie Ihre Tapete ordentlich ohne Spalt verkleben, wird der zweite Weberknecht auch wieder über Fugen laufen können und das verkrampfte Zähneknirschen hört auf.

    Nicht, dass es bei mir selbst auch Wunder bewirkt hätte...

    • Die arachnoidgerechte Ausstaffierung der Wände ist ein weit unterschätzter Einrichtungsfaktor. Hätte ich gewusst, dass meine vollkommen auf mich und meinen Geschmack reduzierte Wahl der Wandbeschmückung zu derart folgenschweren Diskrepanzen zwischen Einzelindividuen der Weberknechtpopulation führen würde, so hätte ich womöglich jenen oben stehenden tiefgreifenden Konflikt der Parteien vermeiden können. Nun fühle ich mich schuldig und wünschte mir, irgendeine Ente würde mir nur einen einzigen verächtlichen Blick zuwerfen.

      • Die rechte Hand des Inspektors

        Sorry, ich fall grade vor Lachen vom Stuhl!! :-)))))
        Diese Antwort ist durch nichts zu toppen!!

  • Phacops sp.

    Als ein Mitglied der Gliederfüßer, Arthropoda, stehe ich naturgemäß den Spinnentieren sehr nahe. Ein Arthropozentrisches Weltbild gelingt mir damit viel besser, als den Mammalias.
    Die Vorsicht, die den Weberknechten zu Eigen ist, ist aus deren Sicht heraus, verständlich.
    Der Homo sapiens sapiens zählt zu den größten Gefahren, die einem Mitglied der Ordnung Opiliones widerfahren kann.
    Nicht nur sind die klassischen Hausfrauen für circa 93% aller Fälle der Obdachlosigkeit verantwortlich, nein, die Weberknechte werden selbst Opfer diverser Abscheulichkeiten, wie Verstümmelung und sogar vor Mord schrecken hysterische Exemplare nicht zurück.
    Erhöhte Wachsamkeit ist bei Spinnentieren deswegen angesagt.
    Dass es leider bei dem begrenzten Wohnraum zu Konflikten in den Eigentümergemeinschaften bei den Weberknechten kommen kann, sollte jedem Menschen erklärchlich sein, der schon einmal in einem Haus mit 10 oder 11 Parteien gewohnt hat.
    Lassen Sie sich, mein lieber Mann an Deck von den Männern und Frauen an den Wänden und Decken nicht irritieren, und denken Sie niemals daran, was Weberknechte so anstellen, sobald der Home spaiens in seinem Bett liegt und schnarcht. Übrigens, die Spinne, die am nächsten an den offenen Mund krabbelt hat gewonnen.

    • Manchmal höre ich nachts Stimmen: "Du traust Dich ja doch nicht" oder "Einer geht noch, einer geht noch rein!". Ich hielt das bisher für Mitteilungen meines Unterbewusstseins oder träumerische Erinnerungen an einen geselligen Abend... Herrje, ich werde wohl mal eine Bewohnerversammlung anberaumen, das auf Abstand basierende Miteinander hat denn doch hin und wieder einer seltsamen... Nachgeschmack.

      • Phacops sp.

        Wichtig ist bei so einer Versammlung jedoch eine detaillierte Agenda und ein stringender Zeitplan. Sonst verstricken sich die anwesenden Parteien in Diskussionen oder versuchen Sie in Netzen zu verfangen. Allerdings sollten Sie bei der Anzahl der genehmigten Netze pro qm hart bleiben.
        Merke: my web is my castle!

  • Du lachst darüber, mein blinder Freund, weil Du diese gefährlichen Monster von Enten nicht sehen kannst. Und ich sage Dir, als Leidende ist es fürchterlich.

    Alleine dieses Bild im Text! Was meinst Du, warum ich niemals fliege? Weil ich genau weiß, dass diese Monster immer zu Fenstern rein schauen. Und wie gehen meine Eltern damit um? Weihnachten gab es Ente. Dann hätte das Monster sogar von innen in mich geschaut! Seit Weihnachten bin ich in Therapie.

    • Ich wusste nicht, dass sich Anatidaephobie noch steigern ließe, aber die Angst, von verspeisten Enten (von innen) beobachtet werden zu können bereitet mir nun doch Sorge. Womöglich vereinen sich auch Schweineschnitzel über die Jahre im Leib des Verspeisenden wieder zu einem ganzen Tierbewusstsein und mein Heißhunger auf SchniPoSa ist die direkte Folge eines ausgeklügelten Racheplanes, welcher darauf hinausläuft, einen kompletten Saustall zu einer inneren Bewegung gegen den Wirt... oje oje... Wo sagten Sie, machen Sie die Therapie?

  • PigPen

    Da ist Mann mal ein paar Tage nicht auf der Seite, weil man sich von der einen auf die andere gedreht hat, und schon will man vor Schreck im Entsetzen nach der Schrotflinte greifen. Es gab Zeitgenossen, die hielten sich in Tanger auf, lagen auch auf dem Bett rum, setzten sich einen Schuß, dösten schweißgebadet vor sich hin, tippten im Geiste auf der Remington mit 46 Anschlägen Romane, die Sie dann "Die Städte der roten Nacht" zu nennen gedachten, griffen im Erwachen nach ihrer Remington, die nur 6 Kammern hatte, und perforierten die Wand mit Löchern so groß, dass der verfehlte rosa Elefant eine hundertköpfige Familie Weberknechte zur Party hätte einladen können. Und heutzutage belegt man dann einen heimsuchende kunstschaffende Musen mit "Phobien", weil "Harpyien" nicht mehr reichen.
    πάντα ῥεῖ oder meinetwegen auch: Pan Tau

    • ...jetzt erstmal einen William(s) Burroughs...

      • PigPen

        Genau. Es ist schon eine verlotterete Gesellschaft, in der man sich so rumtreibt. Ich gehe dann mal meine Remington reinigen.

  • El_Blindo

    Seit ich 1988 mal von einer Ente angefahren wurde, habe ich auch Angst vor den Biestern.
    Die Krücken, die Gipsverbände und die Schnabeltassen gehen, aber die Furcht bleibt.
    Muß man sich darüber wirklich lustigmachen?

    • Schnabeltasse??? In diesem Zusammenhang ja geradezu geschmacklos!

      • Gast

        Als guter Carnivore sollte man eben alles verwerten, Fleisch zum Essen, Federn fürs Kissen, Schnabel als Tasse...

  • Miguel

    Ich, Miguel, anonymer Anatidaephobiker, leide ebenfalls unter diesen furchtbaren Ängsten und habe mir eigens zur Reizkonfrontation eine solche Stalkerin (in gelb und mit verspiegelter Sonnenbrille -damit eine Steigerung möglich ist!) für meine monatliche Körperpflege in meine Badstube einquartiert. Schon alleine ihre Physiognomie verursacht mir eine Gänsehaut. Wie sie da so lässig schwimmt, mit scheinbar unschuldiger Miene, und so tut, als könne sie kein Härchen krümmen! Aber ich bleibe dran und drücke, vielleicht eines Tages, unter Mobilisierung all meines Mutes, fest drauf, um zu sehen ob sie auch tatsächlich quietscht…

    • Die Physiognomie der Enten verursacht bei Ihnen Gänsehaut?! Kein Wunder, dass Sie unter Beobachtung stehen. Enten haben auch ihren Stolz.

  • Gast

    Ente gut, alles gut!

    • Phacops sp.

      Deswegen feiert man auch das Entedankfest.

      • Gast

        Bis zur bitteren Ente!

  • Alte Schachtel

    MannMannMann, was gehts mir gut! Die einzigen, die bei mir phobische Reaktionen hervorrufen können, sind neugierige Nachbarn der Sorte 'Spießer'. Aber seit die wissen, daß Weberknechte und andere Spinnentiere bei mir Asyl genießen, machen sie große Bögen um mein Häuschen! Vielleicht sollte ich mir noch ne Ente anschaffen. Dann würden die Nacktschnecken auch nicht mehr versuchen, mir meinen Rang als 'Schlimmster Schädling des Gemüsegartens' streitig zu machen.

  • PigPen

    H´Ach Käpt´n Ahoi...
    Ich stelle erfreut fest, dass es gelungen ist, die alten Kommentare herbeizurufen wie eidiweil Klabauter!

    Da lässt sich Stöbern und Entern und mit dem Neunpfünder kultivieren, wo sonst nur Schrot(t) in der Luft umherwirbelt. Den Besanmast zuerst. Dann sinkt die Arroganz vor der Ignoranz und Toleranz in die Knie. Hab ich schon gesagt, dass man nicht zu allem einen Kommentar geschweige denn eine Meinung haben muss? Das liegt wohl unzweideutig daran, dass ich über die Inhaltsverzeichnisse meiner noch zu schreibenden Bücher immer noch nicht hnausgekommen bin. (Da hier nix los ist, darf ich mal so persönlch werden. Und da es niemanden interessieren wird, kann ich auch noch so ´n bisschen rumlabern.) Also: Es lebe DONALD T. ! Er hat nur den falschen Anfangsbuchstaben im Familiennamen. Da hat er nicht aufgepasst. Mit weichem "D" wär er doch viel entiger. Ein Tiger frisst Enten. Manchmal auch Menschen. Aber nur, wenn er sich an den Geruch der Wasserleichen gewöhnt hat. Tiger leben aber nicht am Mittelmeer. Die fahren nur durch Russland. Was mich nach Sewastopol führt. Noch so ein Name, wo man mit Wortspiel alles mögliche draus machen könnte. Ich see nix, aber der Pool ist voller Leute, die an die Bar des Lebens wollen. Aber da ist ja der Staat vor. Diese Saat des Bösen. Was sie nicht durch Steuern bekommen, um dich in Abhängigkeit zu halten, nehmen sie dir mit Lust, um sich selbst einen runter zu holen. Sag mir mal einer, er bräuchte ne Brandschutzanlage, in einer fussballfeldgroßen Halle, die an allen Seiten Türen nach draußen hat. Mir fehlt der Elefant im Porzellanladen. Ups. Sofort geliefert: Mist, da gibts ja jetzt die AfD und die P...Ihh da...
    Allein, die sind Donald im bürgerlichen Gewande. Und dass stimmt mich wirklich bedenklich. Trump will offensichtlich nur Macht. Die Arschlöcher von der rechten Seite verkaufen auch noch das "Volkswohl"... Wohl dem, wer am Ende noch lebt. Ich werde schon wieder zu ernst.... Shit. wie heißt es in anderen Blogs immer so passend ?! : PENIS. Gelgentlich auch Bukowski, aber ich liebe nunmal Burroughs. Ach ja: Berlin ist übrigens das TANGER der 80er, 90er, 2000er und vielleicht auch der 10er... Alles krank hier. Na gut, es gibt auch noch Buda und die PEST. Aber die haben wir auch an Bord. Also: So what?