Patentrechtsverletzung: Monsanto verklagt US-Bienenvölker auf Schadensersatz

US-Biotechnologiekonzern fordert Flugverbot für kriminelle Bienen.

Satire, oder? - Monsanto - Bienen

St. Louis - Der US Biotechnologie-Konzern Monsanto hat gegen zahlreiche Bienenvölker der Vereinigten Staaten Klage erhoben und fordert Schadensersatz in Milliardenhöhe. Laut Klageschrift entgehen dem Konzern durch die widerrechtliche Bestäubung und einer damit einhergehenden Weitergabe investitionsintensiver Gen-Kreationen via Pollenübertragung täglich Einkünfte im zweistelligen Millionenbereich.

Monsanto selbst verweist auf der unternehmenseigenen Internetseite auf tägliche Investitionen in Höhe von mehr als 2 Millionen US-Dollar, welche in Forschung und Entwicklung von Pflanzen fließen, die ihrerseits z. B. gegen das von Monsanto selbst hergestellte Unkrautvernichtungsmittel "RoundUp" (Stichworte: Totalherbizid und Glyphosat) resistent sind und "letztlich Landwirten und Verbrauchern zugutekommen".

Nebst einer Schadensersatzforderung in Höhe von ca. 2,4 Milliarden Dollar (für den Zeitraum der letzten 3 Jahre) klagt Monsanto auf sofortige Unterlassung. Bienen sollen nach dem Willen des weltweit führenden Herstellers von gentechnisch verändertem Saatgut (90%iger Weltmarktanteil) fortan gesetzlich verpflichtend daran gehindert werden, patentrechtlich geschützte Genträger (Pollen) von Nutzpflanzen aus dem Hause Monsanto zu verbreiten.

"Natur muss ihre Grenzen haben", so der O-Ton der Rechtsabteilung Monsantos. Erstere entbehre nach Auffassung der Konzernleitung aufgrund ihrer nicht-kommerziellen Ausrichtung jedweder zivilisatorischer Grundwerte und führe einer unternehmensinternen Studie zufolge ohne rechtliche Reglementierungen zu massiven Verlusten von Arbeitsplätzen im Bereiche eines wachstumstarken Biotechnologiemarktes. Das könne niemand wirklich wollen. "Natur ist ohne das menschliche Korrektiv einfach nur asozial".

Satire, oder? Monsanto
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Quelle: Howard, PH (2013). Seed Industry Structure 1996–2013

Die Chancen für Monsanto stehen nicht schlecht, diesen Rechtsstreit für sich entscheiden zu können. Das Unternehmen setze – so die Verlautbarung der letzten Pressemitteilung – auf den gesunden Menschenverstand.


→ Agropoly: Wenige Konzerne beherrschen die weltweite Lebensmittelproduktion. Erklärung von Bern, Forum Umwelt und Entwicklung, Juni 2014

→ Stichwort "Glyphosat"

→ Monsanto: Monsanto: "Abtrünniger" Bauer drakonisch bestraft


Verwendete Fotografie im Titelbild: © SueSchi

  • DewaGue

    Dann wollen wir doch mal hoffen, das die Bienen den Prozess gewinnen und den Monsanto Managern das Gen in die Hose rutscht!

    Was erlauben sich Firmen, die sich über die Natur erheben, dem MUSS Einhalt geboten werden!!!!!
    Leider wird das vor Amerikanischen Gerichten wohl nicht passieren!

    Summ, summ, summ, Bienchen summ herum.

  • PigPen

    Lustig diese Bienenvölker Monsanto, Bayer, Dow Jones.

    Wie sie so ausschwärmen von ihrem Stock, um die Natur zu ersetzen. Wenn es nicht so
    entsetzlich wär, man könnte lachen. Leider steht zu befürchten, dass Monsanto & Co. Demnächst die Bienen durch Drohnen ersetzt, die Little Fatty in den Feldern der Bauern deponieren, die nicht zahlungskräftig oder – willig sind. Zum Glück gibt’s Europa. Da ist ja alles ganz anders. Aber mein TIPP: TTIP wird´s schon richten.

    • DewaGue

      Mein TTIP geht auch in diese Richtung!

  • PigPen

    ach ich vergaß: Dank für die links Käptn!

  • Ich

    Das Bienen-Problem ist doch dabei, sich von alleine zu lösen. Durch die Monokulturen speziell in den USA sterben die eh wie die äh Fliegen. Hauptsache die werden dann nicht Wirtschaftsflüchtlinge und fressen sich an unserer Natur voll.