"Freude": Von Fußgängertunneln, Arbeitsmärkten, Tarnkappenhelikoptern und der Leibeigenschaft

Ein Gefängnisausbruch in Kandahar, die Polen und der deutsche Arbeitsmarkt, Karl Theodor zu Guttenberg und der Flecktarn, Zwergseals und Osama Bin Laden, Angela Merkel, die Maut und die Leibeigenschaft.

Erster Fußgängertunnel in Afghanistan fertiggestellt

Eine Gruppe von etwa 500 Auszubildenden in der staatlichen Fortbildungseinrichtung Kandahar hat innerhalb weniger Monate den ersten Fußgängertunnel des Landes fertiggestellt – ohne technische Hilfsmittel. Die neuartige Technik lässt das Maß der üblichen Lärmemissionen gegen Null sinken und auch der anfallende Abraum wurde im Rahmen der Bauarbeiten direkt wiederverwendet. Das Entwicklungshilfeministerium und die IG BAU sprechen bereits jetzt von erfreulichen Impulsen für das Tiefbauwesen.

 

Polen wieder offen,

aber in die falsche Richtung. Die Grenzen des Arbeitsmarktes haben sich gen Osten geöffnet und Deutschland zittert ob des Ansturmes junger motivierter Ausbildungsanwärter aus den neuen europäischen Mitgliedsstaaten. Während das Handwerk hofft, unbesetzte Lehrstellen endlich wieder mit tatkräftigen Gesellen besetzen zu können, fürchtet der unbelehrbare Normalbürger die Besetzung seiner Vor- und Schrebergärten durch wild umherziehende Vandalen und beschloss umgehend die Erhöhung der Mindestmähhöhe für Naturrasen auf 500mm, um die notwendige Deckung im Verteidigungsfalle zu gewährleisten. Diese sorgt auch in "World of Warcraft" für strategische Vorteile.

 

Flecktarn

In die Verteidigungsfalle geriet nun auch endgültig Ex-Verteidigungsminister (der geringqualifizierten Herzen), Karl Theodor zu Guttenberg, dem die Universität Bayreuth in ihrem Gutachten zu den Plagiatsvorwürfen vorsätzliche Täuschung bescheinigte. Diese ist zwar wichtiger Bestandteil des soldatischen Lehrplanes, hat aber im zivilen, insbesondere dem politischen Bereich, nichts zu suchen und findet dort selten Anklang, ja sorgte diesbezüglich für Missstimmung. Die bis zuletzt geschwungene weiße Weste weist nun eklatante Flecken auf, dürfte aber im politischen, wie öffentlichen Suchscheinwerferlicht das "Nichtgesehenwerden" erheblich erleichtern.
Wir meinen: Innovativ.

 

Seek & Destroy

Neue Tarnwaffentechnik (Stealth) kam offenbar auch beim letzten Einsatz der US. Navy Seals zum Einsatz. Ein aus Schuhkartons gefertigter "Helikopter" soll hier ganze Arbeit geleistet haben – und landete im Vorgarten einer afghanischen Reihenhaussiedlung.


Foto: REUTERS

Die darin untergebrachten "Zwerg-Seals", eine Sondereinheit der amerikanischen Variante der "Aktion Sorgenkind", konnte nach ihrer unbeobachteten Verletzung des pakistanischen Luftraumes den seit dem 11. September 2001 gesuchten Osama bin Laden bei der Morgentoilette überraschen. Der mit einer Tarnkappen-Maschinenpistole im Form einer Klorolle bewaffnete Bin Laden hatte dem entgegen keine Chance, seine Freude ob des spontanen freundschaftlichen Besuches zu erwidern und wurde von mehreren Salven amerikanischer Gastgeschenke niedergemäht.

 

Sea & Sorrow

Nach Auskunft des amerikanischen Verteidigungsministeriums wurde die Leiche von Osama Bin Laden nach islamischer Tradition (Glaube bewirkt hier Wunder) im Meer bestattet, um das Entstehen einer Pilgerstätte zu vermeiden. Doch schon jetzt lassen auffällig hohe Zahlen von  StartUp-Unternehmen im Bereiche der Kreuzfahrt-Touristik in pakistanischen Küstenstädten Zweifel ob des Erfolges dieses Ansinnens aufkommen – auch wenn Kreuzfahrten in islamisch geprägten Kulturkreisen und deren Tourismussektor bisher nicht wirklich zündeten, wie eine Bombe in einem marokkanischen Kaffee.

 

Freude

entzündete sich derweil bei Angela Merkel, die diese, angesichts des Todes von Osama Bin Laden,  nicht hinterm uckermärk'schen Berg halten konnte und damit einmal mehr unsere These unterstreicht, dass eine Kanzlerin, die ohnehin nicht viel bürgerverständliches, geschweige denn -vertretendes zu melden hat, besser ganz die Klappe halten sollte, anstatt den Unmut einer ohnehin aufgebrachten Menge von Gotteskriegern auf eine Republik zu ziehen, die an ihrer Ostgrenze schon genug damit zu tun hat, das mit dem Lineal gezogene Gemüsebeet gegen die Vandalen...

 

Maut

ist hierbei nun die letzte Option zur Beherrschung des Fremdenverkehrs – nicht nur in deutschen Schlafzimmern. Die bisher unter der Hand gehandelten Gebühren von 200.000 Euro für Kleinwagen aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn und die Einführung der Leibeigenschaft für osteuropäische Berufsanfänger und Wanderarbeiter, gelten gemeinhin als offiziell, bleiben aber unausgesprochen.

 

Mindestlöhne

bleiben derweil immer noch ein Tabu auf dem deutschen Arbeitsmarkt, zumindest wenn dieser die Schwelle der Armutsgrenze zu übersteigen droht und Unternehmen, zwar mit Bedauern, aber wirtschaftlicher Nachdrücklichkeit, ihre Produktion in Dritte-Welt- oder Schwellenländer verlegen müssen, wo die Ausbeutung noch auf soliden staatlichen Fundamenten fußt, die Terrorwarnung der Gewinnwarnung vorgezogen wird und die Menschenwürde noch den Wert innehat, der ihr nach ihrer wahren Unermesslichkeit zusteht: sie ist unbezahlbar.


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