Christian Wulff, Schwiegermama, Aliens und der Ehrensold

Das Leben eines Bundespräsidenten entbehrt menschlicher Nähe und Vertrauen, eine angemessene Entschädigung kann nicht zur Debatte stehen und wir appelieren an Ihr Mitgefühl.

Eine jede Medaille hat zwei Seiten: Der Abriss einer heruntergekommenen Ruine kostet in der Regel viel Geld und der Rücktritt eines Bundespräsidenten, dessen parlamentarische und parteipolitische Vergangenheit zu allem Überfluss auch noch die Staatsanwaltschaft beschäftigt, eben einen Ehrensold.

Vom Ehrensold und weißen Hemden

Christian Wulff (Ex-Ruine) erhält bis zu seinem Lebensende jährlich einen Ehrensold in Höhe von 199.000 Euro. Christian Wulff wird dieses Jahr 53 Jahre alt. Bei einer statistischen Lebenserwartung von 77 Jahren wird Wulff bis zu seinem Dahinscheiden 4.776.000,-- Euro Ehrensold einstreichen. Das wird es ihm nach Jahren der Entbehrungen ermöglichen, Immobilien per Sofortkauf zu erwerben und zukünftig auch seine Hotelrechnungen ganz alleine und vor allem bei Abreise begleichen zu können, ohne auf Geldgeschenke von Schwiegermama angewiesen zu sein. Letztere zerrte er um der Ehre halber auch noch auf das Feld der selbigen, um sein besudeltes Hemd von Mutti weiß waschen zu lassen.

Christian Wulff und der Ehrensold

Bei aller Häme...

...wissen wir schon, dass es als Bundespräsident sehr schwer sein muss, offen über seine Probleme zu sprechen, ohne dabei zu riskieren, den Respekt der Öffentlichkeit auf's Spiel zu setzen. So hätte es mit Sicherheit fatale Folgen gehabt, wenn Bundes-Würdenträger No.1 vor laufenden Kameras hätte darlegen müssen, von radikalen Muslimen zwangsverheiratet, von der Schwiegermutter gedemütigt, von dubiosen Immobilienmaklern umgesiedelt und von einer pseudo-religiösen Sekte erpresst worden zu sein, woraufhin man nach der Geldübergabe auf einem Nebengleis des Bahnhofs von Großburgwedel von Aliens entführt wurde und nach Tagen des experimentellen Missbrauchs am Strand von Sylt völlig desorientiert im aufgewühlten Sand erwachte und feststellte, dass der extraterristische Eingriff in sein Gehirn den Körper und den Menschen Wulff nachhaltig verändert haben, latente Kopfschmerzen in massiven Erinnerungsverlusten resultieren und die außerirdischen Entführer nicht mal ihre Hotelrechnung ...das glaubt einem doch kein Mensch!

Neid und Missgunst sind jetzt fehl am Platze

Die Höhe des Ehrensoldes mag hoch, ja unangemessen erscheinen, doch Deutschland bietet auch einem Durchschnittsverdiener ohne familiären Anhang und überzogenen Lebensstil und bei einer Netto-Sparrücklage von monatlich 500,-- € nach 796 Jahren regelmäßigen Einkommenserwerbs auch die Möglichkeit, sich die zunächst horrend erscheinende Gesamtsumme auf die hohe Kante zu packen. Zudem darf in Zeiten sozialer Missstände eine Sofort-Monatsrente von 16.583,33 € nicht wirklich Gegenstand der Missgunst sein, denn irgendwie will man das einem Menschen ja auch einfach mal gönnen - das sind wir allen Unkenrufen zum Trotze doch zumindest dem Amte schuldig.

Nachtrag vom 06.03.: Dass Christian Wulff neben seinem Ehrensold auch auf weitere Privilegien, welche ein Bundespräsident nach seinem Ausscheiden selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen darf, besteht, weiß die Würde des Amtes zu unterstreichen und sollte in der weiteren Debatte selbige nicht unnötig unterminieren.