Selbstentführung: Mann seit 14 Monaten in eigener Gewalt

Ein seltener Fall von Entführung hält Polizei und Staatsanwaltschaft in Atem.

Bad Humbuk (vqr.) Klaus-Rüdiger Schlagkopf befindet sich seit 14 Monaten in seiner Gewalt. Laut seines Bekennerschreibens fordert er eine Lösegeldsumme in Höhe von 250.000 Euro, die Scheidung von seiner Frau Hildegrund und die nachträgliche Gütertrennung. Polizeilichen Ermittlungen zufolge befindet sich Klaus-Rüdiger Schlagkopf im verschlossenen Keller seines eigenen Hauses und wird dort von sich selbst unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten. Der Versuch der Kontaktaufnahme ist aufgrund der weit fortgeschrittenen Spaltung der Persönlichkeit Schlagkopfs bislang gescheitert, desweiteren verweigern die Familienangehörigen, allen voran seine Frau, die Entrichtung des Lösegeldes und die Einwilligung in die weiteren Forderungen des Täters.

Entführer und Entführungsopfer sind nach Expertenmeinung mittlerweile eine Art von Symbiose eingegangen. Das auch unter dem Begriff “Stockholm-Syndrom” bekannte Phänomen erschwert die ohnehin schwierige Polizeiarbeit in nicht unbeträchtlichem Maße und ist in diesem Zusammenhang ein Novum in der Kriminalgeschichte.

Selbstentführung
In einer schwierigen Lage: Selbstentführer Klaus-Rüdiger Schlagkopf

Während der Entführeranteil der Persönlichkeit Klaus-Rüdigers die direkte Kommunikation mit den vor Ort befindlichen Beamten verweigert und mit “unwiderruflichen Konsequenzen” droht, flehte der Opferanteil zuletzt via einer CB-Funkanlage um Hilfe. Der Entführte scheint offenkundig geschwächt, einem Ärzteteam wurde jedoch der Zutritt verweigert. Eine starke Geruchsentwicklung lässt zudem auf katastrophale hygienische Zustände in den Kellerräumen schließen.

Die Polizei verhandelt nunmehr mit der Ehefrau des Entführungsopfers, zumindest in die Scheidung einzuwilligen, stößt aber auf deutlichen Widerstand. Sollte die Dame sich nicht umstimmen lassen, drohe der Ehefrau nach Auskunft des leitenden Beamten unbegrenzte Beugehaft. Eine Klage wegen Begünstigung oder gar Beihilfe zu einer Straftat ist nach Informationen der Staatsanwaltschaft nicht mehr auszuschließen.

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13 Kommentare zu “Selbstentführung: Mann seit 14 Monaten in eigener Gewalt

  1. Schlagzeile der BILD zum Photo der Ehefrau: “Das ist die Terrorbraut! Stößt sie uns alle in den Keller?”.

  2. Es muss alsbald ein Finaler Rettungsschuss getätigt werden, damit der arme Mann da raus kommt!

      • Na, dem Entführer! Die Frau macht doch alles richtig. Sie lässt sich nicht erpressen… sehr konsequent!

          • Soll der Täter am Ende noch straffrei ausgehen? Das hätte er sich früher überlegen sollen. Denken Sie doch einmal an das Opfer, also den einen Teil.

              • Hah! Das könnte Ihnen so passen, hier die Täter-Opfer-Rolle im Vorfeld zu benennen! Es gehören in diesem Fall immer noch 3 Leute dazu.

    • Selbstergreifung müsste zudem von der Justiz auf der Basis strafmildernder Umstände bei der Urteilsfindung berücksichtigt werden.

      • Da es sich vermutlich auch noch um Selbstjustiz handeln wird, müssen wir ganz genau hinsehen und Prozessbeobachter entsenden, Sie wissen schon!

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