Rätselhafte Seuche: 25.000 Phrasenschweinen droht die Keulung – Ist die Politik noch zu retten?

Die Phrasenschwein-Epidemie: Der Personenkreis aus Politik und Wirtschaft zählt zur besonders anfälligen Risikogruppe. Das Robert-Koch-Institut schlägt Alarm.

Berlin (vqr.) Verbraucherschutz und Bundesgesundheitsministerium warnen vor dem Verzehr von sogenannten Phrasenschweinen. Laut Pressemitteilung kann der Verzehr des Fleisches zu einer Infektion des Sprachzentrums führen und die Fähigkeit zu klaren Aussagen, sowie das Verfolgen beabsichtigter Handlungen stark beeinträchtigen. Das vor allem in Kreisen von Politik und Wirtschaft hoch im Kurs stehende Nahrungsmittel hat nach Informationen des Robert-Koch-Instituts bereits nachweislich großen Teilen der hier tätigen Personen nachhaltigen Schaden zugefügt. Die Infektion blieb aber aufgrund des diesen Kreisen nachgesagten rhetorischen Habitus’ bis dato unbemerkt.

Tierschützer machen die nicht artgerechte Haltung der Tiere, deren Fleisch sich u. a. auf Bundesparteitagen, Plenar- und Ausschusssitzungen, sowie in der Bundestagskantine und höheren Vorstandsetagen großer Beliebtheit erfreut,  für die Erkrankung und deren Übertragung auf den Menschen verantwortlich. Die Tiere sind wegen der starken Nachfrage in der Natur weitestgehend ausgestorben, nur vereinzelt lassen sich noch wildlebende Rotten ausmachen. Die an sich scheuen Tiere vermeiden dabei den direkten Kontakt zu Menschen. Die Zucht der Tiere unterbindet allerdings den natürlichen Fluchtinstinkt und befördert so das erhöhte Infektionsrisiko.

Phrasenschweine
Von Wildschweinen kaum zu unterscheiden: Phrasenschweine in freier Wildbahn ernähren sich hauptsächlich von Worthülsenfrüchten
© Foto: Wikimedia.Commons

Zu erkennen ist das Getier an willkürlichen, dabei durchaus komplexen und scheinbar aussagekräftigen Grunzlauten. Entgegen des ersten Eindrucks dienen diese Laute jüngsten Forschungsergebnissen zufolge jedoch nicht der Vermittlung von Informationen, sondern stellen ein in sich geschlossenes Kommunikationsvakuum dar. Beobachtungen von wild- und in Zuchtbetrieben lebenden Tieren haben gezeigt, dass auf den Ausstoß besagter Laute keine greifbaren Reaktionen innerhalb der Gruppe zu verzeichnen sind. Zwar scheinen die Tiere die Laute wahrzunehmen und kurz aufzumerken, gehen aber innerhalb kürzester Zeit wieder ihrer üblichen Tätigkeit nach. Die Tiere selbst sind dabei nicht in ihrem grundsätzlichen Verhalten gestört. Experten gehen sogar davon aus, dass der virale Erreger von Generation zu Generation übertragen wird und keinerlei Auswirkungen auf den gesunden Fortbestand der eher durch Umwelteinflüsse gefährdeten Art hat.

Die deutschen Gesundheitskassen loben hingegen den in vielen Büros und Fabrikhallen üblichen Brauch des Unterhaltens eines Phrasen(-Spar-)Schweins. Erste Anzeichen eines Infekts führen hier zu einer freiwilligen Entrichtung einer Sondergebühr in die Abteilungs-Gesundheitskasse. Am Ende des Jahres steht der Abteilung somit genügend Kapital zu Verfügung, im Rahmen eines gemeinsamen Besuches einer gastronomischen Institution, der Krankheit durch die Einnahme einer gesunden Mahlzeit entgegenzuwirken.

Das der Tollwut nicht unähnliche Virus droht sich nunmehr auch auf das Allgemeinwohl auszuwirken. Der Effekt kommt von daher zustande, als dass die Betroffenen hohe öffentliche Ämter einnehmen oder einzunehmen beabsichtigen. Die Folgen sind noch nicht absehbar und die Bevölkerung ist zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.

Die Phrasendreschmaschine

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